BUCHTIPP – „Der Sommer ohne Männer“

Der erste Buchtipp für den Sommer kommt von einer Sprachwirkstatt – Kundin! Vielen Dank, liebe Sabine.

Liebe Leser/innen! 

Im Roman „Der Sommer ohne Männer“ von Siri Hustvedt werden die Sommermonate einer Literaturdozentin geschildert, die sie nach einem psychischen Zusammenbruch in ihrer Heimatstadt in Minnesota verbringt. Dort versucht sie, von den Verletzungen zu genesen, die sie infolge der Trennung ihres Mannes wegen seiner neuen Liebe zu einer jüngeren Kollegin erlitten hatte. Sie sinnt über ihre Kindheit und Ehejahre nach, besucht regelmäßig ihre Mutter und knüpft neue Freundschaften. Sie gibt für pubertierende Mädchen einen Sommerkurs in kreativem Schreiben und beobachtet deren Hierarchien und Beziehungen zueinander, die in Mobbing münden.

Ich wurde Seite um Seite mehr von diesem Buch gefesselt.
Die Autorin berichtet in der Ich-Form nicht nur über den Verlauf des Sommers in der Provinz. Sie lässt die Leser*innen auch das Innenleben der Hauptheldin während ihrer akuten psychotischen Phase,  ihr Verhältnis zu Mutter, Tochter und Ehemann sowie zu ihren neu gewonnenen Freund*innen nachempfinden. Dabei bedient sie sich einer verständlichen aber nicht schlichten Sprache und beschreibt in lebhaften Bildern Menschen, Natur und Landschaft der Heimat ihrer Heldin. Gleichzeitig gestattet die Autorin Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und leistet sich kurze philosophische Abschweifungen.

Alles in allem empfehle ich Ihnen wärmstens diesen Roman. Es ist ein anspruchsvolles und unterhaltsames Lesevergnügen mit Witz und Ironie – nicht nur für Frauen!

 

Buchtipp: „Der Sommer ohne Männer“ von Siri Hustvedt
                   298 Seiten, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag

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